3 1/2 Millionen Zinsen!


Unsere Rundfunk-Anstalten nehmen im Jahr über eine Viertelmilliarde an Gebühren für Hör-Rundfunk und Fernsehen ein. Da es die Gebührenzahler sicherlich interessiert, was mit ihren Gebühren geschieht, hat sich die Monatszeitschrift Fernseh-Rundschau die Mühe gemacht, einmal den WDR-Etat näher zu betrachten … Nach dem Jahresbericht 1957/58 betrugen die Gesamteinnahmen des WDR 88,5 Millionen Mark, die Gesamtausgaben 80,5 Millionen. Das ergibt einen Überschuss von 8 Millionen Mark

Die WDR-Abrechnungen sind sehr genau gehalten. Wir finden beispielsweise einen Hinweis, dass bei der Errichtung einer provisorischen Filmkopieranstalt für DM 131.500 ganze DM 1,35 eingespart worden sind, während die Verbesserung des Daches des Senders Siegen nicht DM 19.000 sondern DM 19.009,99 gekostet hat.

Unter den Einnahmen finden wir einen Betrag von DM 355 aus Pacht für Weideland bei den Sendern – und das heißt doch wirtschaftlich gehandelt, wenn man die Grasnarben um die Funktürme auswertet!

Diese wenigen Zahlen zeigen uns schon, dass es den Rundfunk-Anstalten und vor allem dem WDR nicht schlecht geht

Da die Rundfunk-Anstalten von dem Gebühren-Einkommen sehr gut leben können, wird man überlegen müssen, ob man von den Gebühren nicht einen Teil der Anstalt für das Bundesgebiet zur Verfügung stellt, die damit ein Zweites Fernseh-Programm aufbauen kann.

HÖR ZU, Ausgabe 12, 1959

Der Weg zu den WEIGHT WATCHERS war noch weit: Werbung zur bundesdeutschen Fleischgewinnung aus der HÖR ZU 30/1959.

HÖR ZU, Ausgabe 30, 1959, Werbeanzeige

Der Leiter der Fernsehspiel-Abteilung einer britischen Werbefernseh-Gesellschaft, Norman Marshall, hat seine Stellung mit der Begründung gekündigt: Wer so wie er vier Jahre lang eine solche Position bekleidet habe, der habe seine Ideen völlig verbraucht.

HÖR ZU, Ausgabe 13, 1959, Kurz und bündig

Zusammenstellung: Harald Helmut Weiss